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Kleinheubach

Umgeben von churfränkischen Winzerorten, liegt Kleinheubach buchstäblich mittendrin und hat seine ganz eigenen Kleinode, z.B. das Barockschloss des Fürsten zu Löwenstein.

Kleinheubach - Fürstliche Pracht

Umgeben von churfränkischen Winzerorten, liegt Kleinheubach buchstäblich mittendrin und hat seine ganz eigenen Kleinode, z.B. die evangelische Barockkirche mit Dauphin-Orgel. 

Das Barockschloss des Fürsten zu Löwenstein ist im französischen Stil erbaut. Als ein Tagungshotel ist es Ort hochwertiger Firmenveranstaltungen. Im alten Marstall des fürstlichen Schlosses befindet sich die Vinothek des Weinguts Fürst Löwenstein.

Der Schlosspark im Stil eines englischen Landschaftsgartens empfiehlt sich für leichte Spaziergänge ganz ohne beschwerliche Steigungen. 

Über die Kleinheubacher Fahrgasse gelangen Sie unmittelbar ans romantische Mainufer – und sind dann bei herrlichem Blick selbst mittendrin – im Landschaftserlebnis Churfranken. 

Picknick-Korb mitnehmen!

Sehenswürdigkeiten

Der Altort, ein Straßen-Viereck

Nr. auf dem Plänchen: 1 (Kleinheubach)
Der Altort Kleinheubach wird von einem Straßen-Viereck gebildet, das auf den ersten Blick wie eine einheitlich geplante Anlage erscheint, deren vier Straßen aber in verschiedenen Jahrhunderten entstanden.
Die leicht gebogene Marktstraße bildet den ursprünglichen Teil. Sie ist Teil der uralten Reichsstraßen, die von Frankfurt mainaufwärts am Miltenberger Mainknie Richtung Nürnberg oder Augsburg führten. In der Mitte befindet sich die Kirchenburg mit der evangelischen Kirche (s. Nr. 3), daneben die Fahrgasse zum Main (s. Nr. 2).

Kleinheubach hatte zwar mehrere Ortsherren, aber gehörte nie zum Erzstift Mainz; die Reformation wurde hier 1556 unter den Grafen von Rieneck eingeführt und im Ort beibehalten.
Um 1600 wurde rechtwinklig zur Marktstraße eine neue Straße angelegt, als Graf Georg III. von Erbach sein Renaissance-Schloss „Georgenburg“ baute. Damals „Burgplatz“ genannt, bot sie Platz für neue Gutshöfe, von deren Einfahrten noch wenige Torbögen erhalten sind. Später entstand auf der gegenüberliegenden Seite der klassizistische Dienerbau, deshalb der heutige Name Baugasse.
Durch den Bau der Georgenburg wurde der Verlauf der Reichsstraße aus Kleinheubach hinausgelegt. Es brachte Vorteile für den Ort, denn nun lag er neben der frequentierten Reichstraße. So entstand die heutige Hauptstraße, die erst ab 1800 bebaut wurde.
Das Viereck wurde um 1835 mit der Anlage der Bachgasse vollständig. Ein durchdachter Plan ermöglichte vergleichbare, dennoch unterschiedlich große Hausbauten für die zunehmende Familienzahl. In der Mitte dieses Straßen-Vierecks blieb eine bemerkenswerte Fläche für Haus- und Kleingärten erhalten (s. Nr. 5). Einen Verkehrsknoten bildet der Hirschplatz (nach einem ehem. Gasthaus benannt) an Hauptstraße und Baugasse, von dem aus man zum Schloss (s. Nr. 12) und in den Park (s. Nr. 13) gelangt.

Evangelische Kirche in der Kirchenburg

Nr. auf dem Plänchen: 2 (Kleinheubach)
Der Platz um diese Kirche war der Ursprung Kleinheubachs, denn nahe am Main lag auf dem hochwasserfreien Kegel die Kirchenburg. Der Mauerring ist nur auf der Mainseite noch eindrucksvoll erhalten, im Kirchhof gibt es einige Gaden (kleine Lagerräume). Ein kleinerer Vorgängerbau, von dem der Turm erhalten ist, wurde 1455 erbaut; dazu die lateinische Bauinschrift mit Übersetzung. Aus jener Zeit stammen die bemerkenswerten gotischen Wandbilder im Eingangsbereich:

St. Martin mit dem Bettler, St. Wendelin als Hirte, jeweils mit einer Kirchendarstellung, die Symbole und Namen der vier Evangelisten und das Schweißtuch der Veronika, innen der Erzengel Michael als Seelenwäger. Die Herkules-Spolie war Teil der Basis einer römischen Jupiter-Giganten-Säule, denn das Kastell „Altstadt“ lag nicht weit entfernt. Das Kirchenschiff und die beiden Rundtürme wurden 1707-1710 erbaut. Im Chor der Altar mit dem Gemälde Christi Geburt, darüber die Brüstung mit der Orgel, daneben die Kanzel in unverändertem Zustand. Der aus Thüringen zugezogene Orgelbauer Johann Christian Dauphin (1682 – 1730) erbaute 1710 die Orgel, die 2010 im barocken Stil rekonstruiert wurde. Ausgestellt sind die „Totenkronen“, die man bei der Aussegnung Unverheirateter als Schmuck auf die Särge legte. Am Eingang zum Kirchhof, in der Kirche und im Gärtchen dahinter sind sieben Grabplatten des 17. und 18. Jahrhunderts aufgestellt, von denen fünf einst im Kirchenboden lagen.

Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober 09:00 – 18:00 Uhr
November bis April auf Anfrage: Pfarramt Tel. 09371-4248

Fahrgasse

Nr. auf dem Plänchen: 3 (Kleinheubach)
In der Fahrgasse wohnten die Fährleute, am Main lag die Fähre, die nach Großheubach übersetzte; von dort aus querte der Eselsweg den Spessart bis nach (Bad) Orb. Das Fährrecht lag auf Kleinheubacher Seite, war schon vor 1500 an Kleinheubacher Familien vergeben. Im Jahr 1974 wurde der Fährbetrieb eingestellt, denn eine neue Straßenbrücke entstand zwischen Klein- und Großheubach; doch auch danach verband der letzte aktive Fährmann die beiden Orte zeitweise mit einer Personenfähre.

Diese gepflegte Gasse zeigt klassizistische Türrahmen mit Jahreszahlen um 1800 und ältere Fachwerkhäuser; sie endet am Fahrtor, an dem eindrucksvolle Markierungen mit Jahreszahlen von Hochwasser-Katastrophen des sonst so behäbigen Mains zeugen. Am Mainufer führen Fußwege entlang, von denen aus das Kloster Engelberg besonders gut zu sehen ist.

Altes Rathaus mit DenkOrt Deportationen 1941 - 1944

Nr. auf dem Plänchen: 4 (Kleinheubach)
An der Stelle eines Vorgängerbaus wurde dieses Rathaus 1728 erbaut, das gemauerte Erdgeschoss trägt einen Fachwerkstock. Es ragt mit der Traufseite in die Marktstraße und bietet mit zwei Toren eine Durchfahrt. Die Schlusssteine der Torbögen zeigen die früheste Darstellung des Kleinheubacher Wappens, einen steigenden Löwen auf einem Felsen, sinnbildlich für Löwenstein.

Kleinheubach ist Teil des dezentralen Mahnmals „DenkOrt Deportationen 1941 – 1944“.
Hinter dem Alten Rathaus, im Ortsmittelpunkt, hat die Gemeinde einen würdigen  DenkOrt für die aus Kleinheubach deportierten jüdischen Bürger gestaltet.
Hier findet sich aus die aus Sandstein gefertigte Deckenrolle, die an das Schicksal der Deportierten erinnern soll; die zweite Deckenrolle bildet einen Teil des für die Deportierten Unterfrankens errichteten Denkmals im Ringpark in  Würzburg. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Kleinheubach und ihrer Einrichtungen wird auf Informationstafeln und einem Ortsplan erläutert. Hier ist auch der Platz für die Stolpersteine.

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Ortsmauer und „Hecke“

Nr. auf dem Plänchen: 5 (Kleinheubach)
Der älteste Ortsteil entlang der Marktstraße war von einer hohen Mauer umgeben, die noch über weite Strecken an den Längsseiten und am Rüdenauer Bach erhalten ist; die beiden Tore am oberen und unteren Ende wurden abgebrochen. In die grüne Innenfläche des Straßen-Vierecks, in die „Hecke“, kann man auf mehreren Fußwegen gelangen, z.B. vom Alten Rathaus aus. Hier ist die Ortsmauer noch auf ganzer Länge erhalten; ihr vorgelagert war ursprünglich eine breite Hecke, ein Buschstreifen mit verwachsenem dornigem Gestrüpp als Annäherungs-Hindernis und Verhau. Später entstanden hier die Kleingärten, die bis heute genutzt werden.

Mikwe Kleinheubach

Nr. auf dem Plänchen: 6 (Kleinheubach)
Das rituelle Bad im Untergeschoss der Synagoge war 1837 in so schlechtem Zustand – kein Licht, keine Heizungsmöglichkeit, feuchte, rutschige Stufen -, dass der Bericht des Amtsphysikats die Behörden zu einer Schließung veranlasste. Der Neubau entstand im „Fischgässchen“ am Rüdenauer Bach und wurde bis 1926 genutzt. 1935 wurde das Gebäude an einen nichtjüdischen Privatmann verkauft und geriet dann in Vergessenheit. In den Jahren 1991 und 1992 wurde es renoviert und kann besichtigt werden.

Heimatmuseum Kleinheubach

Nr. auf dem Plänchen: 8 (Kleinheubach)
Im Bahnhof befindet sich das Ortsmuseum des Heimat- und Geschichtsvereins. Ausgestellt sind eine große Brandurne der Urnenfelderzeit und römische Münzen, darüber hinaus hauptsächlich allgemeine Gebrauchsgüter der letzten Jahrzehnte. Speziellen Kleinheubach-Bezug hat ein Küchenherd der ehemaligen Eisenfirma Wetzler und diverse Keramikartikel aus der Anfangszeit der Firma Scheurich. Bemerkenswert ist auch ein Kettenstück der Mainkette, an der sich dampfgetriebene Schlepper, „Meekuh“ genannt, mit mehreren Kähnen im Schlepp mainaufwärts zogen – damals ein erheblicher Fortschritt im Gütertransport auf dem Main.

Besichtigungen können mit Herrn Arno Bauer, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Kleinheubach, gebucht werden:

Tel. 09371-6699164
Mobil 0162-7590207
arnobauer51@web.de

Kath. Pfarrkirche „Heiligste Dreifaltigkeit“

Nr. auf dem Plänchen: 9 (Kleinheubach)
Die Schlosskapelle diente der fürstlichen Familie und deren meist katholischen Bediensteten als Kirchenraum. Durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene stieg nach 1945 die Zahl der Katholiken, weshalb die katholische Pfarrkirche „Heiligste Dreifaltigkeit“ gebaut und 1954 geweiht wurde. Es ist ein für die Nachkriegszeit typischer Sakralbau des Würzburger Diözesan- und Dombaumeisters Hans Schädel (1910–1996). Das ursprüngliche zeitgemäße Altarbild von Karl Clobes (1912–1996), die Dreifaltigkeit symbolisierend, wurde durch eine Kreuzigungsgruppe des Würzburger Bildhauers Hans Heffner (1888–1969) ersetzt.

Hofgarten

Nr. auf dem Plänchen: 10 (Kleinheubach)
Der Hofgarten in Kleinheubach wurde im Jahre 1812 für die Fürstenfamilie zu Löwenstein erbaut und bis 1930 als Reithalle genutzt. Danach stand dieser Saal dem Roten Kreuz und später dem Turnverein als Lager und Turnhalle zur Verfügung.
Nach 1945 wurde dieser Saal zum Theater und Kinosaal umgebaut. Im Jahr 1947 hat der katholische Kirchenbauverein den Saal erworben. Planungen sahen vor, aus diesem Gebäude eine Kirche zu bauen. Nach Auflösung des Vereins im Jahr 1963 ging das Gebäude in den Besitz der katholischen Pfarrgemeinde über.

Der Hofgartensaal wurde in der Folgezeit als Tanzsaal, für Faschingssitzungen und für Veranstaltungen der Gemeinde wie Bürgerversammlungen, Seniorentage und Ausstellungen genutzt. Um ihn auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wären umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig geworden. Die Pfarrgemeinde entschloss sich daher, den Saal der Marktgemeinde zu verkaufen und diese ist seit Oktober 1990 Eigentümer des Saales.

Vermietung:
Markt Kleinheubach
Friedenstr. 2
63924 Kleinheubach
Tel. 09371-971624

www.kleinheubach.de

Jüdisches Kleinheubach

Nr. auf dem Plänchen: 11 (Kleinheubach)
Bereits im 14. Jahrhundert lebten einzelne jüdische Bürger in Kleinheubach, die neuzeitliche Gemeinde begann in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und bestand bis 1942. Die Marktgemeinde verfügte über eine Synagoge, ein Neubau von 1808 im klassizistischen Stil, am Ende der früheren „Judengasse“ jetzt Gartenstraße – einer Seitenstraße der Baugasse.
Vor dem Bau der ersten Synagoge wurden „Gebetsräume“ in Privathäusern genutzt. Ein Schulhaus, eingeweiht 1911, mit Lehrerwohnung sowie eine Mikwe und ein Friedhof zeugen von einer ehemals lebendigen jüdischen Gemeinde.

Klassizistisches Kleinheubach

Zwischen 1815 und 1835 schuf der fürstliche Baurat, Architekt und Baumeister Friedrich Karl Streiter (1780–1850) in Kleinheubach mehrere typische Bauwerke im klassizistischen Stil. Dieser stilistische Rückgriff auf antike, streng gegliederte Bauformen steht ganz im Gegensatz zum ausschweifenden Barock und verspielten Rokoko. Das wird besonders in Kleinheubach an zahlreichen Bauten und Bauteilen deutlich, die von Streiter stammen. Die breite und hohe Haupttreppe im Schloss fügt sich trotz ihrer Strenge in den Bau ein. Der lange Dienerbau wurde 1819-25 gebaut und hatte vielerlei Funktionen.

Auch zwei Haustüren in der Fahrgasse, die Hofapotheke in der Hauptstraße und das achteckige Schells-Häuschen am Nebeneingang des Parks sind klassizistisch. Für Friedrich Streiter typisch ist auch eine ägyptisierende Gestaltung, die durch Napoleons Ägyptenfeldzug beeinflusst war: Im Schlosspark am sogenannten Eiskeller mit der Tempel-Staffage und einer Sphinx; bei der Synagoge nur im Torbereich, bei der Mikwe deutlich, ebenso wie bei der Straßenfront des Hofgartens.

Fürstliches Schloss Löwenstein-Wertheim-Rosenberg

Nr. auf dem Plänchen: 12 (Kleinheubach)
Herausragend in Kleinheubach ist das Schloss der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Geplant im spätbarocken Stil des Architekten Louis Remy de la Fosse (1659–1726) aus Darmstadt, wurde es ab 1723 durch Johann Dientzenhofer (1663–1726) aus Bamberg gebaut. Das gesamte Schlossensemble wurde erst 1732 durch den Baumeister Johann Jakob Rischer (1662–1755) aus Mannheim vollendet. Der Mittelrisalit der Dreiflügelanlage besteht aus dem Vestibül und dem hohen Marmorsaal, darüber eine Balustrade und der Dachaufbau.

Dort oben symbolisieren monumentale Sandsteinfiguren die vier Erdteile; vom Schlosshof aus zu sehen sind Amerika und Europa. Dazwischen ein Allianzwappen, wobei das von Löwenstein-Wertheim wohl in bestimmter Absicht nicht ausgeführt wurde, nur das von Hessen-Rheinfels, der Gattin des Schlosserbauers Dominikus Marquard (1690–1735). Vom von Säulen getragenen Vestibül leitet eine eindrucksvolle klassizistische Treppe hinauf zum Marmorsaal. Der beeindruckt innen mit grauem Stuckmarmor, zwei hohen Spiegeln über Kaminen, zahlreichen Gemälden und Stuckfiguren. Das Deckengemälde versinnbildlicht den „Triumph der Wahrheit“ und zeigt den Gott der Zeit, der die Wahrheit ans Licht bringt, ein ambitioniertes Thema der frühen Familiengeschichte. In den Hohlkehlen darunter symbolisieren Persönlichkeiten und Allegorien die vier Erdteile. Wobei Europa Bezug nimmt auf den 1711 gekrönten Kaiser Karl VI. (1685–1740), den 1711 gefürsteten Maximilian Carl zu Löwenstein- Wertheim-Rochefort (1656–1718), den Prinzen Eugen von Savoyen und einige Begleiter. An den Wänden Supraport-Gemälde und Ovalbilder zum Diana-Zyklus, zu Themen mit biblischen und familiengeschichtlichen Bezügen, auch Puttengruppen und Medaillons. Im rechten Flügel des Schlosses ist die katholische Schlosskapelle an den Butzenglas-Fenstern erkennbar, 1870 im Stil der Nazarener von Eduard von Steinle und U. Becker ausgemalt und fast original erhalten.

Schlosspark

Nr. auf dem Plänchen: 13 (Kleinheubach)
Die drei Flügel des Schlosses und die beiden Seitenbauten umgab einst ein Ehrenhof mit Gittern, Tor und Schilderhäuschen. Doch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde diese streng zentrale Ausrichtung umgestaltet. Vor dem Schloss entstand eine breite angeböschte Wiese mit neuem Zugang; dagegen wurde die Einfahrt zur Ortsseite, zum Hirschplatz hin verlegt. Die flankierenden kolossalen Löwen aus Sandstein sind Werke des Hanauer Bildhauers Heinrich Philipp Sommer (1778–1827). Der Park im Stil eines Landschaftsgartens wurde 1816-18 angelegt, er umgibt das Schloss und zieht sich weit in Richtung Miltenberg.

Ansprechend sind Wiesen mit weiten Blickachsen und Baumgruppen mit teils exotischen Arten, kombiniert mit der natürlichen Vegetation des Mainufers. In den Jahren 2017-2019 wurden 150 Bäume aus allen Kontinenten angepflanzt und Blumen- und Bienenwiesen angelegt. Die Bäume setzen die Tradition des Parks fort. Gleichzeitig sind sie der Versuch, im Klimawandel Baumarten anzubauen, die mit extremen Wetterverhältnissen überleben können. Der englische Park ist frei zugänglich und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein; nur das Weingut, die unmittelbare Umgebung des Schlosses und eine Parkstaffage liegen im privaten Bereich. 

Parkhof / Altstadtkastell

Nr. auf dem Plänchen: 15 (Kleinheubach)
Direkt neben der Gaststätte “Parkhof”, bei der heutigen Kneippanlage befand sich ein Römisches Kohortenkastell, das für 480 Mann, Reiter und Fußsoldaten ausgelegt war, von dem heute lediglich Mauerreste und Teile der römischen Badeanlage übriggeblieben sind.

Jüdischer Friedhof

Nr. auf dem Plänchen: 7 (Kleinheubach)
Der jüdische Friedhof liegt nordwestlich von Kleinheubach im Wald Richtung Laudenbach und ist von einem Parkplatz aus zu Fuß zu erreichen. Vor der Anlage des Friedhofs im Jahr 1730 wurden die verstorbenen Juden von Kleinheubach auf dem jüdischen Friedhof in Michelstadt beigesetzt. Ende des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert fanden auf dem Kleinheubacher Friedhof auch verstorbene Mitglieder der jüdischen Gemeinden von Erbach (Odenwald/Hessen), Laudenbach, Trennfurt und Wörth sowie Miltenberg ihre letzte Ruhe.

Die Grabsteine sind vorwiegend aus Buntsandstein mit hebräischen Inschriften. Bei den neueren Grabsteinen wurde oftmals auf der Rückseite der Name des Verstorbenen in lateinischen Buchstaben angebracht. Der alte und der neue Teil des Friedhofs sind rechtwinklig zueinander angelegt und stehen unter Denkmal- und Naturschutz.
Der Verein „Jüdisches Leben in Unterfranken – Biografische Datenbank e.V.“ hat nicht nur die Biografien der Juden zusammengestellt, die Opfer der Shoa geworden sind, sondern auch eine Liste derer, die in Kleinheubach wohnhaft waren.

Parkhof / Altstadtkastell

Nr. auf dem Plänchen: 15 (Kleinheubach)
Direkt neben der Gaststätte “Parkhof”, bei der heutigen Kneippanlage befand sich ein Römisches Kohortenkastell, das für 480 Mann, Reiter und Fußsoldaten ausgelegt war, von dem heute lediglich Mauerreste und Teile der römischen Badeanlage übriggeblieben sind.

Geschichte

Kleinheubach wurde erstmals 877 erwähnt, als König Ludwig III. in „Heydebah“ (Kleinheubach) eine Urkunde unterzeichnete. Aber schon in der Jungsteinzeit war die Gemarkung besiedelt, wie zahlreiche Grabfunde belegen.

Römerkastell und Wallhausen

Geschichtlich bewiesen ist das Kastell Altstadt am Parkausgang, in Richtung Miltenberg, welches ein Kastell für eine Kohorte römischer Soldaten und die Eckbastion des Limes am Übergang vom nassen zum trockenen Limes war. Nach dem Alemannensturm etwa um 260 n. Chr. eroberten die Franken vom Rhein aus das Maintal. Auf den Ruinen des ehemaligen Römerkastells Altstadt entstand die Stadt Wallhausen, die im Kampf um die Vormachtstellung zwischen dem Erzbischof von Mainz, den Pfalzgrafen bei Rhein und den Grafen von Rieneck um 1247 unterging. Die Einwohner zogen größtenteils nach Miltenberg in den Schutz von Stadtmauern und Burg. Kleinheubach als Nachbarsiedlung Wallhausens lag beherrschend im Maintal an der alten Geleitstraße Nürnberg-Frankfurt und an der wichtigen Mainfurt, die den Übergang über den Main zum Eselsweg sicherte. Kleinheubach war Königsgut und wurde von den Pfalzgrafen bei Rhein verwaltet, die es den Grafen von Rieneck zum Lehen gaben. Weiterhin war es Sitz eines Hoch-, Herrschafts- und Rüggerichtes; ebenso war es Hauptort der unteren Cent. Nach dem Untergang Wallhausens 1247 gingen die Rechte der Mutterkirche von Wallhausen nach Kleinheubach über und mit diesen Rechten begann der wirtschaftliche und politische Aufstieg Kleinheubachs.

Herrschaft der Grafen von Erbach

Im Jahre 1455 wurde die alte Hauskapelle der Rienecker durch einen Kirchenneubau ersetzt; aufgrund des stetigen Wachstums der Bevölkerung wurde unter den Grafen von Erbach, die durch Erbfolge Lehensherren wurden, ein weiterer Umbau und Anbau der Kirche in den Jahren 1706 bis 1710 nötig. Die besten Jahre des Mittelalters erlebte Kleinheubach unter der Herrschaft der Grafen von Erbach, die hier ihren Wohnsitz, die Georgenburg, errichteten, bis der 30jährige Krieg Not und Tod brachte, Pest und Hexenwahn die Bevölkerung dezimierten und der Ort sogar zeitweise leer stand. Das schlimmste Ereignis in dieser Kriegszeit war der Brand vom 24. April 1627, als das Rathaus und 40 Wohnhäuser von plündernden Soldaten abgebrannt und Kleinheubach fast zur Wüste wurde.

Reformation und Bau der Evang.-Luth. Kirche St. Martin

Im Jahre 1556 wurde in Kleinheubach die Reformation eingeführt. Die derzeitige von 1974 bis 1976 renovierte Pfarrkirche St. Martin ist die Pfarrkirche der Evang.-Luth. Kirchengemeinde.

Bau des Barockschlosses

Von den Grafen von Erbach erwarb im Jahre 1721 das Fürstenhaus zu Löwenstein die Herrschaftsrechte über Kleinheubach. Dominikus Marquard, Fürst zu Löwenstein-Wertheim, beauftragte den Baumeister Remy de la Fosse, einen Architekten von Versailles, und Johann Dientzenhofer mit dem Bau eines Schlosses an der Stelle der ehemaligen Georgenburg. Der Bau wurde 1732 beendet und ist seitdem der Sitz der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss schwer beschädigt und geplündert.

Nach 1950 war das Schloss Tagungs- und Bildungszentrum der Deutschen Post. Inzwischen wird es als Seminarhotel genutzt und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Seit 2004 gehören das Schloss mit seinen Nebengebäuden und dem weitläufigen Park zur gemeinnützigen Fürst zu Löwenstein Stiftung. Direkt angeschlossen ist das Weingut Fürst Löwenstein mit einer Vinothek.

Bevölkerung

Nach den Befreiungskriegen wurde das Amt Kleinheubach zuerst Baden, dann Hessen und ab 1816 Bayern zugeordnet. Mit der Eingliederung der Heimatvertriebenen nach 1945 wuchs die Bevölkerung auf das Doppelte an und zählt heute über 3.700 Einwohner.