Nr. auf dem Plänchen: bisher keine (Miltenberg)
Miltenberg verfügte vermutlich von Anfang an über eine jüdische Gemeinde, die bereits Ende des 13. Jahrhunderts die erste Synagoge von Miltenberg erbaute. Nach einer langen, wechselvollen Geschichte wurde das inzwischen baufällig gewordene Gotteshaus 1877 an die benachbarte Kalt-Loch-Brauerei verkauft, die es instand setzte, umbaute und als Gärkeller nutzte.

Dank deutschlandweiter Kollekten und einiger sehr großzügiger Spenden, teilweise von aus Miltenberg stammenden Juden, die im Ausland zu Wohlstand gekommen waren (hier ist, allen voran, Wilhelm Klingenstein zu nennen), konnte im April 1903 der damalige Stadtbaumeister Ludwig Frosch mit der Anfertigung der Pläne beauftragt werden. Ende August 1904 wurde die Synagoge eingeweiht, „eine Feier, welche nicht nur von den Israeliten, sondern von der ganzen Stadt in ungeheuchelter Freude begangen wurde“, wie der Bürgermeister und Chronist Schirmer schreibt.
1938 wurde durch die Nationalsozialisten vor allem der östliche Teil der Synagoge mit den Sakralräumen zerstört. Das Gebäude wurde im Anschluss als reines Wohnhaus wiederaufgebaut. Heute erinnern nur noch einzelne, kleine Elemente denjenigen, der um die Geschichte des Hauses weiß, an das frühere Aussehen (Rundbögen aus Werkstein und eine leere Plakette über der Tür, vor allem aber der Grundstein).
Aufgrund der Zerstörung im Dritten Reich sind wir, was das ursprüngliche Aussehen der Synagoge angeht, auf alte Fotos angewiesen. In der Denkmalliste ist die Beschreibung der „Neuen Synagoge“ (Denkmal Nr. D-6-76-139-293) relativ kurz gehalten: „Ehem. Synagoge, zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Mansardwalmdach und überhöhtem Mittelrisalit mit flachem Pyramidendach, historistisch, 1904 (überkuppelter Sakralraum bis auf den Kellersockel 1938 zerstört und für Wohnzwecke umgebaut.“